Freitag, 24. März 2017

THE REVENANT - Filmkritik (2017)

Trivia

Originaltitel: The Revenant
Genre: Abenteuer, Drama, Thriller, Western
Laufzeit: 151 Minuten
Filmstudio: 20th Century Fox
Produktionsländer: Argentinien, Kanada, USA
Erstausstrahlung: 16. Dezember 2015
Deutschsprachige Erstausstrahlung: 06. Januar 2016
Altersfreigabe: FSK 16
Budget: 135 Millionen US-Dollar
Box Office: 533 Millionen US-Dollar

Director of Photography: Emmanuel Lubezki
Drehbuchautoren: Alejandro Gonzalez Inarritu, Mark L. Smith
Komponist: Ryuichi Sakamoto
Produzenten: Alejandro Gonzalez Inarritu, Arnon Milchan, James W. Skotchdopole, Keith Redmon, Mary Parent, Steve Golin
Regisseur: Alejandro Gonzalez Inarritu

Schauspieler: Leonardo DiCaprio, Tom Hardy, Domhnall Gleeson, Will Poulter, Paul Anderson, Lukas Haas

Der Totgeglaubte: bit.ly/RevenantVorlage
Dokumentation zu The Revenant: bit.ly/RevenantDoku
Trailer: bit.ly/24hamKriechen

Kurzinhalt

Die Geschichte spielt im Jahr 1823 in den tiefen Wäldern und Gebirgsketten der Rocky Mountains, dessen Gebiet sich in den heutigen Bundesstaaten North Dakota und South Dakota befindet. Hugh Glass [Leonardo DiCaprio] ist ein sogenannter Trapper, also Fallensteller, und Späher seiner Expeditionsgruppe Rocky Mountains Fur Company, die, wie im Namen schon zu erkennen ist, in den Rocky Mountains nach hochwertigen Pelzen sucht. Eines Tages werden sie Opfer eines Angriffs des ortsansässigen Arikaree-Indianerstamms und werden stark dezimiert. Deshalb zieht sich der Expeditionstrupp ins Landesinnere zurück, während Hugh Glass als Späher vorausgeht, um die Gegend zu erkunden. Auf der Erkundungstour trifft der Trapper auf eine Bärenmutter, von der er angegriffen wird. Seine Begleiter finden Hugh in einem kleinen Graben und verarzten ihn, damit er überlebt. Der Trupp versucht den Späher zurück ins Fort zu bringen, scheitern aber an der kritischen Umgebung und Wetterlage. Drei Mitglieder bleiben zurück, um Hugh zu beschützen, verschwinden aber, als einer der drei einen Angriff der Indianer meldet und meint, dass der Trapper zum Scheitern verurteilt wäre. Doch Hugh Glass überlebt und möchte sich an seinen Mitstreitern rächen.

Überlebenskampf im 19. Jahrhundert

Vorab möchte ich kurz anmerken, dass es überhaupt keine gute Idee ist, sich The Revenant um 4:30 morgens anzusehen. Der Grund dafür ist, dass nicht nur mein Schlafrhythmus im Arsch war, sondern auch, weil der Film keine leichte Kost ist. Darauf komme ich aber erst im späteren Verlauf der Kritik zu sprechen. Eine absolute Empfehlung ist es, sich die Dokumentation "A World Unseen Documentary of The Revenant" vor oder nach dem Film anzusehen, da man in der Doku jede Menge Eindrücke des Films und den Gedankengängen von Alejandro Gonzalez Inarritu bekommt. Diese wird auf YouTube vom Kanal des Filmstudios "20th Century Fox" gratis zur Verfügung gestellt. Den Link findet ihr auch in der Triviasektion. Außerdem basiert der Film auf den Roman "Der Totgeglaubte" von Michael Punke, wozu ebenfalls ein Link in der Trivia zu finden ist.

Die Zeit des Western-Genres war in den 50er, 60er und 70er Jahren, bis es im Jahr 1977 fast größtenteils von der Bildfläche verschwand. Hin und wieder tauchte mal ein Film dieses Genres erneut auf, doch an große Erfolge wie "Spiel mir das Lied vom Tod", die "Dollar-Trilogie", "Leichen pflastern seinen Weg", "Die glorreichen Sieben" oder "Django" konnte man nicht mehr anknüpfen. Doch seit den 2000ern erlebt das Western-Genre durch Filme wie "No Country for Old Men", "There Will Be Blood", "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" oder "Todeszug nach Yuma" eine kleine Renaissance. Dieses Genre wird nun "Neo-Western" genannt, wie auch der Film Noir nun "Neo Noir" heißt, weil das "Neo" im Namen all die Filme kennzeichnet, die nach der Glanzzeit des jeweiligen Genres erscheinen. Doch auf die Geschichte verschiedenster Filmgenres möchte ich in diesem Post nicht eingehen, denn diese verdienen eindeutig eigene Beiträge. Viel mehr geht es darum, wann The Revenant spielt. Für gewöhnlich ist der Western zwischen 1860 und 1890 angesiedelt, wobei es auch hier Ausnahmen gibt wie Todesmelodie, der zweite Teil der Amerika-Trilogie von Meisterregisseur Sergio Leone, der im Jahr 1913 spielt. The Revenant hingegen spielt in den 1820ern, also vor der eigentlichen Zeit des Westerns.

Aber ich komme mal zum Film an sich zu sprechen. Das neuste Werk von Alejandro Gonzalez Inarritu besitzt einen wirklich hochkarätigen Cast. Darunter befinden sich namhafte Schauspieler wie Leonardo DiCaprio und Tom Hardy, die sowieso so gut wie jeder kennt, Domhnall Gleeson, der im selben Jahr im großartigen Sci-Fi Film Ex Machina zu sehen war, und Will Poulter, den man durch die Jugendbuchverfilmung Maze Runner - Die Auserwählten im Labyrinth kennt. All diese Darsteller leisten in The Revenant eine hervorragende Arbeit. Leonardo DiCaprio spielt auf einem gewohnt hohem Niveau, aber ob er ausgerechnet für diese Rolle seinen ersten Oscar verdient hat, lässt sich streiten. DiCaprio meinte in einem Interview, dass die Rolle des Hugh Glass seine bisher schwierigste war, die ihn mehrfach an seine psychischen, sowie physischen Grenzen brachte. Vor allem ist Leonardo bekennender Vegetarier und konsumiert normalerweise kein Fleisch, aber das Büffelfleisch, das er im Film aß, war echt. Er hatte die Wahl, dass das Fleisch aus anderen Bestandteilen besteht, doch bestand er darauf ins rohe Fleisch zu beißen, damit seine Reaktion so authentisch wie möglich wirkt. Außerdem ist der Pferdekadaver, in den sich Leonardo im letzten Drittel des Films legt, um eine Nacht darin zu verbringen, ebenfalls real. Auch diverse Crewmitglieder gaben an, dass der Dreh von The Revenant die schlimmste Erfahrung ihres Lebens gewesen sei und dutzende Mitarbeiter hätten sogar aufgrund der brutalen Kälte den Job geschmissen. Damit lässt sich Inarritu mit Stanley Kubrick vergleichen, der ebenfalls stets von seinen Darstellern die bestmöglichste Arbeit verlangte und diese an ihre Grenzen brachte. Dennoch fand ich ihn persönlich in The Wolf of Wall Street oder Shutter Island besser und bereits dort hätte er seinen ersten Academy Award verdient gehabt, doch muss ich immer noch Filme wie Gilbert Grape oder Aviator nachholen. Fakt ist aber, dass das Filmjahr 2015 eher durchwachsen war und er somit die beste Leistung des Jahres hervorbrachte, zumindest im Bereich der Hauptdarsteller, weshalb der Oscar verdient ist. Auch Domhnall Gleeson überzeugt in seiner Rolle als Anführer der Gruppierung, was ich anfangs nicht gedacht hätte, denn kennengelernt hab ich ihn durch Ex Machina und dort hätte ich gedacht, er wäre zwischen 23 - 26 Jahre alt und nicht schon 31 - 32 (Zeit des Drehs/Veröffentlichung des Films, mittlerweile 33 Jahre alt). Doch am besten gefallen hat mir Tom Hardy, der DiCaprio locker an die Wand gespielt hat. Er verkörpert seine Rolle als rassistischer Psychopath dermaßen überzeugend und liefert hier eine beeindruckende Performance ab, weshalb seine Nominierung als Bester Nebendarsteller bei den Oscars 2016 absolut berechtigt war. Daraus resultieren dann zahlreiche Momente, welche sich wortwörtlich ins Gehirn brennen und die unvergessen bleiben. Besonders die Sequenz, in der Hugh Glass gemeinsam mit einem Indianer an einem Busch liegt und den Schnee isst, trotzt vor Emotionalität und war für mich als Zuschauer ein wahnsinnig schöner Augenblick, der mir für wenige Sekunden ein Lächeln auf die Lippen zauberte, da damit gezeigt wird, dass man auch die kleinen Dinge im Leben wertschätzen sollte, dass Menschen aus anderen Kulturen nicht immer schlecht sind und wie schön es eigentlich ist, nach einem Tief wieder mal das Gefühl der Glückseligkeit fühlen zu dürfen. Und dadurch hat man genau das geschafft, was in einem Film wohl das Allerwichtigste und die Hauptaufgabe jedes Regisseurs ist, nämlich, dass ein Film beim Zuschauer etwas auslöst, einen mitnimmt oder sogar zum Nachdenken anregt, genauer gesagt, der glaubwürdige Transport von Emotionen, die die Darsteller auf der Leinwand vermitteln. Ein Film kann ohne diese Thematik, und einem guten Drehbuch, eben kein guter Film sein, weil man dadurch keine Verbindung zum Zuschauer aufbaut, wodurch einem die ganze Idee dahinter egal ist oder die Figuren einfach irrelevant sind. Und diesen gravierenden Fehler machen dutzende Regisseure, weshalb mehr schlechte und mittelmäßige, als gute Filme existieren.

Die wichtigste Person in diesem Cast ist aber jemand, der sein Handwerk versteht und schon zwei Jahrzehnte lang Erfahrung im Filmbusiness besitzt, nämlich Emmanuel Lubezki. Viele werden diesen Namen wohl noch nie gehört haben, doch ist dieser Mann der erste Mensch, der drei Academy Awards in Folge gewann. Die Auszeichnungen erhielt er für seine Arbeit als Kameramann in Gravity, Birdman, der Film, den Inarritu vor The Revenant in die Kinos brachte, und eben The Revenant. Deshalb ist er auch in diesem Film der Director of Photography, und legt in The Revenant eine Meisterleistung dahin. Denn visuell ist der Film ein waschechtes Meisterwerk. Selten hab ich eine solch' überragende Kameraarbeit gesehen. Vor allem besticht er durch eine atemberaubende Bildgewalt, die diesen Film erst zum Epos macht. Überwiegend werden Plansequenzen verwendet, also Szenen, die ohne jeglichen Schnitt auskommen und in einem Take aufgenommen werden. Und solche Szenen sind nicht nur aufwändig, sondern auch verdammt komplex zu filmen. Denn jeder Darsteller, jeder Komparse und auch der Kameramann selbst muss dadurch in den Aufnahmen eine feste Choreographie einhalten, damit diese Szenen überhaupt funktionieren. Nicht selten fragt man sich dabei, wie es Lubezki wohl gelungen ist, diese Sequenzen aufzunehmen. Vor allem verwandelt sich die Kamera durch dieses Vorgehen in eine eigenständige Figur. Zu bemerken ist dies, wenn Leonardo DiCaprio in die Kamera haucht oder Blut auf die Linse spritzt. Damit möchte man ein Mittendrin-Gefühl bewirken, ohne dass das nervige Stilmittel der Wackelkamera im Film ihre Verwendung findet und signalisiert, dass man selbst statt der Kamera mitwirkt. Um aber noch weiter auf die Bildsprache einzugehen: oftmals werden diverse Shots verwendet, in denen der Protagonist mitsamt der schneebedeckten Landschaft zu sehen ist. Diese Aufnahmen haben es aber nicht einfach so in den fertigen Film geschafft, sondern haben tatsächlich eine etwas tiefere Bedeutung. Denn dadurch möchte man dem Zuschauer vermitteln, wie verloren Hugh Glass in dieser schier unendlichen, rauen und vor allem brutalen Natur überhaupt ist und zeigt zugleich, wie unberührt die Umgebung der Rocky Mountains in der damaligen Zeit war. Ebenfalls interessant ist, dass der Film mit der Arri Alexa 65 gedreht wurde, die eine digitale 6K-Kamera mit einem 65mm Sensor ist, und zu diesem Zeitpunkt brandneu war, da es während des Drehs nicht mal ein Dutzend dieses Geräts auf der Welt gab. Ich erwähne dies, weil der analoge Film immer noch existent ist und gewisse Regisseure wie Quentin Tarantino oder Christopher Nolan dem Format die Treue schwören. Dies könnte nämlich ein weiterer Schritt zur Modernisierung im Bereich des Films gewesen sein, da es allmählich passieren könnte, dass analoge Kameras langsam von der Bildfläche verschwinden. Desweiteren wurde der Film nur an naturalen Schauplätzen gedreht, was bedeutet, dass der Greenscreen keine Anwendung in The Revenant findet. Auch CGI findet im Film kaum Platz, denn man setzte viel mehr auf die Realität, weshalb die Computereffekte nur dann benutzt wurden, wenn es absolut nötig war, wie zum Beispiel beim Bärenangriff. Und damit gehe ich noch einmal auf die Drehbedingungen ein, und ja, ich weiß, ich habe bereits viel dazu gesagt, aber ich muss darauf nochmal Stellung nehmen, da es sich mit dem vorletzten Punkt vollkommen erschließt und ich somit diese Thematik abgeschlossen hätte, um wirklich die gesamte Angelegenheit auf den Tisch zu legen und diese mehr als positiv hervorhebe. Denn der Großteil des Films wurde in Kanada gedreht, jedoch wurde das Projekt im Laufe des Drehs auf Eis gelegt, da die Wetterverhältnisse viel zu warm waren und ihnen der Schnee weg geschmolzen ist. Monatelang später setzte man die Produktion fort und verlagerte den Drehort nach Argentinien. Zudem wurde The Revenant ausschließlich mit natürlichem Licht gedreht, worunter man die Sonne und das Feuer versteht, und verzichtete beinhart auf jegliche künstliche Lichtquellen, um auch dabei die Authentizität zu bewahren, wobei man nur 90 Minuten am Tag Zeit hatte zu filmen, da sich in dieser Zeitspanne die Lichtverhältnisse nicht veränderten. Daraus ergibt sich dann ein wunderschönes Lichtspiel, dessen Qualität ich wohl nur sehr selten je in einem anderen Film oder einer Serie gesehen habe. Daneben muss ich genauso den Detailreichtum erwähnen, denn es wurde jede Menge mit Liebe zum Detail gearbeitet, was sich insbesondere im Handwerk, den Kostümen, Kulissen und Requisiten widerspiegelt. Besonders sticht hierbei aber das Make-Up heraus, das unglaublich authentisch und hässlich aussieht, also im positiven Sinne, denn wenn man mal die Wunden am Körper von Hugh Glass ansieht, sehen diese schon wahnsinnig realitätsnah aus. Daraus resultiert eine dementsprechend hochwertige Production Value, die man im Film bei einem Budget von 135.000.000 US-Dollar deutlich zu sehen bekommt und sich nicht zu verstecken braucht. Was sich aber im Film eher versteckt hält, ist die wundervolle Musik vom Komponisten Ryuichi Sakamoto, die mit einer gewissen Subtilität eingearbeitet wurde und sich eher in den Hintergrund drängt. Diese lässt nämlich viel mehr den Klangteppich den Vortritt, der mit einem hinreißenden Feingefühl aufgenommen wurde, denn immer wieder hört man die detailreichen Geräusche der Natur und verliert sich praktisch darin. Außerdem sind die Actionsequenzen erstklassig inszeniert, bleiben dabei auch stets übersichtlich und ausschweifend, wodurch man sich an diesen Szenen kaum satt sehen kann. Hier möchte ich aber nochmal auf die bereits erwähnte Choreographie verweisen, die ich bereits bei der Kameraarbeit von Emmanuel Lubezki angesprochen habe, da dies ja immerhin auch ein Bestandteil der Kampfszenen ist. Dazu ist in diesen Szenen die dazugehörige Brutalität ungeschnitten, wie es sich eben gehört, und verleiht so The Revenant mitsamt den gegebenen Umständen eine gewisse Härte. Zusammen gebündelt aus den letzten paar Punkten resultiert eine ausgesprochen intensive und dichte Atmosphäre, die besonders durch ihre außerordentliche Rauheit und Brutalität besticht. Deshalb meinte ich vorhin auch, dass The Revenant keine leichte Kost wäre und man sich schon in einem passenden Gemütszustand befinden sollte, wenn man sich diesen Film ansieht. Einen Negativpunkt hab ich dann aber doch zu vermerken, und zwar in der Handlung. The Revenants Geschichte basiert tatsächlich auf eine wahre Begebenheit und ist fest in der amerikanischen Folklore verankert. Die hundertprozentig wahre Überlieferung bietet The Revenant aber nicht. Dies ist aber nicht als Negativpunkt aufzunehmen, sondern viel mehr als eine Information. Der Film driftet nämlich etwas in die Fiktion ab und dichtet einige Sachen hinzu, die so nicht wahr sind, wie beispielsweise Hugh Glass' Sohn, denn der Trapper hatte in Wirklichkeit keine Kinder, oder die gesamte Rachegeschichte, da dafür keine belegbaren Überlieferungen existieren, sondern nur Spekulationen sind. Damit ist The Revenant viel eher eine Eigeninterpretation der damalig geschehenen Ereignisse und will gleichzeitig den Vorfall bekannter machen. Der genannte Negativpunkt liegt aber in der zweiten Hälfte des Films, da dieser Teil des Drehbuchs etwas schwächelt und ein paar Makel beherbergt. Außerdem kann ich es verstehen, wenn man mit diesem Film nicht gerade warm wird, weil einerseits sind 151 Minuten ganz schön viel Zeit und andererseits fällt das Erzähltempo ein bisschen langsam aus. Davon fühlte ich mich aber nicht wirklich gestört, da ich nun mal auch mit etwas langsamer erzählten Geschichten gut klar komme. Ansonsten bleibt noch zu erwähnen, dass man über die gesamte Laufzeit hinweg nicht gerade mit Gesellschaftskritik spart, was daran zu erkennen ist, dass sich die Europäer den amerikanischen Grund von den Indianern unter die Nägel rissen oder der bereits vorhandene Kapitalismus, der sich dementsprechend aufs Land auswirkt. Enden tut das Ganze mit einer aussagekräftigen Botschaft, nämlich, dass man solange weiterkämpfen sollte, solang die Möglichkeit besteht.

Fazit

The Revenant ist, ums kurz zu fassen, schlichtweg ein großartiger Film. Die Bildgewalt sieht man nicht alle Tage in den Kinos und gehört zu den besten, die ich je gesehen habe. Das Schauspiel ist insgesamt fantastisch, denn alle Darsteller verkörpern ihre Rollen außerordentlich glaubwürdig. Außerdem fährt der Film eine unglaubliche Detailtreue auf, zumindest im visuellen Aspekt, die meiner Meinung nach in jedem historisch angehauchten Film ein Standard sein sollte. Der größte Pluspunkt geht für mich neben der Kameraarbeit aber ganz klar an den Arbeitsaufwand. Heutzutage ist es nicht mehr selbstverständlich mit natürlichen Mitteln zu drehen, da die meisten Filme der heutigen Zeit eher einem CGI-Massaker gleichen. Da ist es eine angenehme Abwechslung, dass Regisseure wie Inarritu ihre Effekte handwerklich ausarbeiten und auf den Greenscreen verzichten. Lediglich das Drehbuch der zweiten Hälfte ist verbesserungswürdig, wobei dies nun nicht allzu schwer ins Gewicht fällt. Dennoch habe ich überlegt, ob ich dem Film nun die Höchstwertung geben soll oder nicht. Schlussendlich habe ich mich dagegen entschieden, da The Revenant nun mal nicht an gewisse Klassiker rankommt.

Wertung: 9/10 Punkte