Originaltitel: Finding Nemo
Genre: Abenteuer / Animationsfilm / Drama
Laufzeit: 100 Minuten
Produktionsfirmen: Pixar Animation Studios / Walt Disney Pictures
Produktionsland: USA
Erstausstrahlung: 30. Mai 2003
Deutschsprachige Erstausstrahlung: 20. November 2003
Altersfreigabe: ab 0 Jahre
Drehbuchautoren: Andrew Stanton, Bob Peterson, David Reynolds
Komponist: Thomas Newman
Produzenten: John Lasseter, Jinko Gotoh, Graham Walters
Regisseur: Andrew Stanton, Lee Unkrich
Deutsche Sprecher: Anke Engelke, Christian Tramitz, Domenic Redl, Florian Simbeck, John Friedmann, Martin Umbach, Udo Wachtveitl, Claudia Lössl, Kai Taschner, Frank Lenart, Thomas Fritsch, Jean Pütz, Michael Gahr
Englische Sprecher: Albert Brooks, Ellen DeGeneres, Alexander Gould, Willem Defoe, Brad Garrett, Allison Janney, Austin Pendleton, Stephen Root, Vicki Lewis, Joe Ranft, Geoffrey Rush, Andrew Stanton, Elizabeth Perkins, Barry Humphries, Bill Hunter, Bob Peterson, Nicholas Bird, Eric Bana, Bruce Spence, LuLu Ebeling, Jordan Ranft, Erica Beck, Erik Per Sullivan, John Ratzenberger
Trailer: bit.ly/IchmagSchwimmen
Kurzinhalt
Marlin lebt mit seiner Frau Cora ein glückliches Leben, die sich an ihrem neuen Zuhause erfreuen und auch noch in Bälde Eltern werden. Eines Tages bemerken die beiden jedoch, dass die Gegend komplett verlassen ist und ein Barracuda sie im Visier hat. Im Kampf gegen den Barracuda wird Marlin getroffen und verliert das Bewusstsein. Als er wieder aufwacht, bemerkt er, dass Cora und seine Kinder von der Bestie gefressen wurden. Ein Ei hat aber überlebt, das er Nemo nennt. Nach einem Zeitsprung sieht man, dass Nemos erster Schultag ansteht. Übervorsichtig bringt Marlin ihn in die Schule und ratet ihm, dass das Meer gefährlich sein kann. Marlin hört aber, dass die Klasse einen Ausflug zur Schlucht tätigt, weshalb er ihnen hinterher schwimmt und Nemo beschützen will. Dort angekommen muss er mit ansehen, wie Nemo eine Mutprobe absolviert, indem er zu einem nahegelegenen Boot hinausschwimmt. Als er sich wieder zu seinem Vater begeben möchte, wird er dabei von einem Taucher gefangen genommen und entführt. Daraufhin macht es sich Marlin zur Aufgabe seinen Sohn zu retten und lernt dabei die Doktorfisch-Dame Dorie kennen.
Mein allererster Film
Aktive Leser meines ersten Beitrags dürften bereits wissen, dass Findet Nemo mein allererster Film war. Mit vier Jahren bin ich damals im Kino gesessen und habe das Abenteuer rund um die Meerestiere mitverfolgt. Denn schon im Kindesalter konnte ich mich für Film und Fernsehn faszinieren, weshalb ich bereits in meinen jungen Jahren oft vor der Glotze saß. Besonders Findet Nemo kann ich es verdanken, dass ich das Medium Film heute so wertschätze, wie es ist. Gleichzeitig gehört das Genre des Animationsfilms zu meinen liebsten, bei dem ich jederzeit mal gerne einen Film schaue. Dennoch war ich anfangs skeptisch, ob mir das Werk aus dem Hause Pixar noch heute gefallen würde. Diese Sorge ist deshalb berechtigt, weil nicht immer alles gut ist, was man als Kind gesehen hat. Beispielsweise gehört das Cars Franchise zu den schlechtesten Animationsfilmen von Disney und Pixar, obwohl ich den ersten Teil als Kind mochte. Aber bei Findet Nemo stellte sich das als Fehleinschätzung heraus.
Gleich zu Beginn merkt man, welch eine schöne Optik das Unterwasser-Abenteuer bietet. Für meinen Teil würde ich sagen, dass ich visuell noch nie eine bessere Unterwasserwelt im Bereich Film gesehen habe, als in Findet Nemo. Überall sind tolle Effekte zu finden, die besser als in manch' einem anderen Film sind. Die Animationen sind seinerzeit und auch heute noch erstklassig und können mit den Animationen der heutigen Filme von Disney, DreamWorks, Pixar oder anderen Produktionsteams mithalten. Die Welt, in die man eintaucht, ist so weit das Auge reicht nur mit Detailverliebtheit gespickt. Es ist wirklich unglaublich, was man an Details finden kann, wenn man besonders darauf achtet, sodass man sich an der visuellen Optik einfach nicht sattsehen kann. Darauf baut dann auch diese Unterwasser-Atmosphäre auf, bei der man denkt, dass man mitten drin wäre. Unterstützt wird die Atmosphäre von der Musikuntermalung und dem Sound. Der Soundtrack ist wundervoll in Szene gesetzt worden, der immer passend zur Situation gespielt wird. Der Sound umfasst dabei die Soundeffekte, Umgebung und weiteres. Hier komme ich erneut auf den Punkt mit dem Detailgrad, da der Film eine derart hervorragende Klangkulisse aufweist, die vor Feinheiten nur so strotzt. Die Cutter/in, Designer/in und Tonmänner/frauen haben im audiovisuellen Bereich ganze Arbeit geleistet, wo sehr viel Herzblut mit rein gesteckt wurde.
Aber nicht nur der visuelle und technische Aspekt punktet in Findet Nemo. Die Geschichte rundum Vater und Sohn ist dermaßen mitreißend, sodass man mit den Figuren über den ganzen Film hinweg mitfiebert. Denn die Figuren in dem Film sind interessant, einzigartig und teils auch vielschichtig. Ein gutes Beispiel, und das für eine Nebenfigur, die nicht allzu viel Screentime besitzt, ist der Hai Bruce. Eine komplett widersprüchliche Figur, die zugleich aber wieder zutreffend ist, ein ungewöhnliches Motiv für seine Spezies und weitere kleine Details im Aussehen, Charakter, Eigenschaften, Gestik, Mimik, Verhalten, Umgang, usw. besitzt, was begründet, weshalb die Figur so interessant wirkt. Bei Nemos Vater lässt sich das an seiner Charakterzeichnung erkennen. Anfangs noch glücklich und voller Vorfreude auf seine kommenden Kinder wird sein Leben durch ein grausames Schicksal ruiniert, bei dem seine Frau und all seine Kinder, bis auf Nemo, ums Leben kommen, wobei Nemo ihm einen Grund gibt, sich aufzurappeln und ihn fürsorglich und vorsichtig aufzuziehen, wodurch er selbst diese Charaktereigenschaften übernimmt, ihm aber schließlich doch beinahe alles genommen wird, sich seinen Ängsten stellt, um seinen letzten Sohn zu retten. Das zeugt von signifikanten Figuren, die zum Mitfiebern und Mitfühlen einladen, was daraus folgt, dass der Film eine mitreißende Wirkung erzeugt und somit das Interesse beim Zuschauer entsteht. Hierbei helfen auch die Synchronsprecher mit, die alle ihren Job wirklich gut machen, wodurch sie den Figuren noch ein bisschen Leben und Tiefe einhauchen. Währenddessen wird mithilfe des Humors die depressive Ausgangssituation teils aufgelockert, indem sie den Zuschauer zum Lachen bringt. Dennoch ist irgendwo tief dazwischen die tragische Dramaturgie spür- und auffindbar, welche sich insbesondere in der Figur von Marlin widerspiegelt. Es mag zwar sein, dass Kleinkinder nicht alles verstehen werden, aber das stört einem Kind keinesfalls. Für Erwachsene gibt es diverse Anspielungen auf alte Filmklassiker, die mit solch' einer Subtilität eingebaut wurden, die einem das Herz höher schlagen lässt. Zusätzlich gibt es dazu einige Gänsehautmomente, die mich stets an meinen ersten Kinobesuch erinnerten. Das alles mündet schlussendlich in ein wundervolles und herzergreifendes Ende, bis die Credits über den Bildschirm laufen und dazu der Song "Beyond the Sea" durch die Kopfhörer/Lautsprecher dudelt, während die ganzen Meerestiere beim Abspann irgendwelchen Aktivitäten nachgehen. wo ein wirklich kreativer Hintergedanke liegt und außergewöhnlich ist, statt immer einen schwarzen Bildschirm mit weiß gedruckten Namen zu lesen.
Fazit
Ein Teil meiner Wertschätzung für narrative Medien habe ich wohl Findet Nemo zu verdanken. Nicht umsonst investiere ich heutzutage den Großteil meiner Zeit darin, um die Geschichten der Autoren zu genießen. Insbesondere für Filme von Disney, Pixar und Studio Ghibli hege ich eine bestimmte Leidenschaft, die bis heute noch nicht verblasst ist. Dazu gehört auch Findet Nemo. Alles in diesem Film passt, sei es jetzt der Plot, die Figuren, die Atmosphäre, die Synchronsprecher oder die audiovisuelle Aufmachung. Ich habe in keinem einzigen Punkt etwas auszusetzen und erlebte mit dem Film eine kleine Kindheitserinnerung erneut. Findet Nemo ist ein kleines Meisterwerk aus dem Hause Pixar, das ich bestimmt noch einige Male ansehen werde. Außerdem warte ich noch, bis Findet Dorie auf Blu-Ray oder DVD verfügbar ist, damit ich auch das Sequel zu den lieb gewonnenen Meerestieren anschauen kann.
Wertung: 10/10 Punkte