Samstag, 9. April 2016

DONNIE DARKO - Kritik (2016)

Herzlich willkommen zu einer neuen Filmkritik! Heute geht es um den Independent-Film "Donnie Darko". Hierbei spreche ich aber von der Kinofassung und nicht vom Director's Cut. Aber bevor ich anfange, gibt es wie immer hier den Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=jA_TdJM2eCk.

Informationen zum Film


Die Erstausstrahlung des Films erfolgte am 19. Januar 2001 beim Sundance Film Festival, mit Richard Kelly als Regisseur, der damit sein Filmdebüt gab. Der offizielle Release des Films war dann am 26. Oktober 2001 in den USA. Im deutschsprachigen Raum wurde der Film niemals ausgestrahlt, mit Ausnahme des Fantasy Filmfests in Deutschland. Mit einem unglaublich niedrigen Budget von 4,5 Millionen Dollar, was umgerechnet 4 Millionen Euro sind, wurde der Film gedreht. Donnie Darko floppte im Kino, weshalb er nur einen Umsatz von 7,3 Millionen Dollar, umgerechnet 6.5 Millionen Euro, erzielte. Als der Film in der DVD-Fassung erschien, wurde er bei den Usern heiß diskutiert und erlangte dann doch noch den erwünschten Erfolg. Heute gilt Donnie Darko als Kultfilm und zweitbester Independent-Film aller Zeiten, nach Reservoir Dogs von Quentin Tarantino. Was ebenfalls noch erwähnenswert ist, ist, dass Jake Gyllenhaal mit Donnie Darko den Durchbruch schaffte. Der Film ist unter anderem im Drama-, Science-Fiction-, Mystery- und Thriller-Genre angesiedelt. Flower Films war die Produktionsfirma, und Pandora Cinema und Newmarket Films standen als Verleiher hinter dem Film. Die Länge des Film beträgt in der Kinofassung 108 Minuten und im Director's Cut 128 Minuten. Die Drehzeit des Films betrug nur 28 Tage und wurde ausschließlich in den USA gedreht. Außerdem erhielt Donnie Darko eine Altersfreigabe von FSK 16.

Die Handlung


Der Film handelt um den 16-jährigen Donald (Donnie) J. Darko, der ein psychisch labiler Teenager ist und gemeinsam mit seiner Familie in Middlesex, Virginia lebt. Als nachts am 2. Oktober 1988 eine Turbine in Donnies Zimmer kracht, entkommt er nur knapp dem Tod. Denn dieser überlebte, weil in der Nacht zuvor eine Gestalt im Hasenkostüm namens "Frank" erschien und ihn aus dem Haus lockte. Frank offenbart Donnie den Weltuntergang, der in 28 Tagen, 6 Stunden, 42 Minuten und 12 Sekunden geschehen sollte,

28 Tage, 6 Stunden, 42 Minuten und 12 Sekunden


Im anstehenden Morgengrauen und mit einer wunderschönen Landschaft im Hintergrund, fährt die Kamera die Straße entlang und man erblickt, wie ein Junge sich vom asphaltierten Boden, neben seinem Fahrrad, erhebt. Der Junge blickt in die Ferne, folgend von einem schelmischen Grinsen. Er fährt die Straßen entlang, um sein Zuhause zu erreichen. Verfolgt wird diese Szene mit dem Stück "The Killing Moon" von Echo and the Bunnymen. Eine gelungene Auftaktszene, die noch den Frieden vor dem Sturm zeigt. Die Exposition des Films geht relativ schnell vonstatten, sodass der Zuschauer nicht lange warten muss, um zu sehen, was überhaupt der Sachverhalt des Films ist. Da der Film nicht nur das Mystery-Genre beinhaltet, ist ein Großteil des Films im Genre Coming-of-Age angesiedelt. Dadurch wird nicht nur gezeigt, was in den nächsten 28 Tagen Donnie für ein Chaos anrichtet, sondern auch, wie er langsam zum Mann heranwächst. Streit mit der Familie, die erste Liebe finden, eine Party schmeißen, all der Kram halt, den man so beim Erwachsenwerden miterlebt. Dabei wird relativ früh klar, dass der Film nicht mit Humor spart. Zusammen mit ein paar guten und abgedrehten Dialogen konnte man mir doch das ein oder andere Grinsen abverlangen. Die Handlung hat einen tiefgründigen Hintergrund, die gleichzeitig originell ist und einen Raum für Interpretationen lässt. Jedoch ist sie auch etwas Wirr erzählt, sodass sie für mein Empfinden, zu viele Fragen offen lässt. Gegen Ende hin überschlugen sich die Ereignisse, die mit einem tollen Twist eingeleitet wurden. Die letzten Szenen wurden richtig emotional, die mit dem Song "Mad World" von Gary Jules, dessen Lied auch gleichzeitig der Soundtrack des Films ist, musikalisch unterlegt. Kurze Fassung: Ein tolles Ende, das ebenfalls für den Zuschauer einen Raum für Interpretationen freilässt.

Wenn man bedenkt, dass der Film ein Budget von nur 4 Millionen Euro zur Verfügung hatte, hat Richard Kelly das Geld richtig investiert. Man hatte sich mit den Schauplätzen Mühe gegeben und versucht, das Beste daraus zu machen. Atmosphärisch hat der Film eine tolle Mystery-Stimmung aufgebaut, die gleichzeitig schön bedrückend war. Auch die Musik war sehr gut gewählt, die einfach passend für das Szenario gewählt wurde und so einiges der Stimmung bei tat. Die Kamera und der Schnitt waren solide, die für einen Independent-Film ausreichend sind.

Der Cast war zum damaligen Zeitpunkt eher unbekannt und der Großteil ist es auch noch heute. Lediglich Jake Gyllenhaal, Maggie Gyllenhaal, James Duval und Jena Malone haben den Durchbruch geschafft. Der Rest ist eher in der Versenkung verschwunden. Aber darum sollte es ja nicht hauptsächlich gehen. Jeder hat seine Rolle gut gespielt, bis auf Jake Gyllenhaal, denn dieser stellte alle in den Schatten. Eine tolle Leistung, wie Jake den psychisch kranken Jugendlichen spielt, vor allem mit seiner Mimik. Der Großteil der Figuren waren relativ interessant, jedoch waren einige Figuren mit Klischees beladen. Sei es jetzt der dumme Schläger, der vergeblich versucht mit Frauen zu flirten oder die empörte Lehrerin, die sich darüber aufregt was unterrichtet wird, alles hat seinen Platz. Doch in ein paar Figuren konnte ich mich gut hineinversetzen. Mit Donnie hatte ich wirklich Mitleid gehabt, da er im Laufe des Films eine Charakterentwicklung durchmacht. Und Gretchen war wohl neben Donnie, der halt immer geniale Antworten parat hatte, die einzige Sympathiefigur des Films.

Fazit


Vermutlich hätte Jake Gyllenhaal ohne Donnie Darko niemals den Durchbruch geschafft, geschweige denn, der restliche Cast. Jedenfalls ist Donnie Darko ein komplexer Mystery-Thriller, dessen Stärken in der Handlung liegen, obwohl ich dort ein paar Abzüge verrechnen konnte. Empfehlenswert wäre es, wie ich es bereits bei meiner Kritik von "The Prestige" erwähnt habe, sich den Film zwei- oder dreimal anzusehen, um ihn zu verstehen. Deshalb komme ich zum Ergebnis, dass ich Donnie Darko solide 8/10 Punkte gebe. Donnie Darko ist ein toller Film, der vor allem für Leute interessant sein dürfte, die ein Fan des Mystery-Genres sind und ein Verständnis für komplexe Handlungen besitzen.


Wissenswertes, Fun Facts, etc. 


Nur um eine kleine Erklärung abzugeben: Dies hier ist eine neue Rubrik, die ich ab sofort mit in meine Kritiken mit einbeziehe, sofern ich genügend Stoff zusammenkriege. Hier stelle ich Dir ein paar Facts zum kritisierten Titel vor, die sowohl interessant, lustig, wissenswert oder auch total unnötig sein können.

  • Die Hasengestalt ist an die urbane Legende des Bunnyman (Hasenmann) angelehnt, der ein Serienmörder im Hasenkostüm war und aus einer Psychiatrie entfloh, jedoch nie gefasst wurde.
  • Nachdem Donnie Darko in der Anfangsszene nach Hause kommt, sieht man wie die Mutter das Buch "It" (Es) und der Vater das Buch "The Tommyknockers" (das Monstrum) lesen, was beides Romane von Stephen King sind.
  • In der Nacht, in der anscheinend Halloween ist, ist der Freund von Frank als Pennywise verkleidet, der das Böse in dem Roman It verkörpert.
  • Donnie fragt seinen Lehrer Dr. Monnitoff über das Thema Zeitreisen aus und man sieht, dass auf dem Tisch das Buch "A Brief History of Time" (Eine kurze Geschichte der Zeit) liegt, welches ebenfalls ein Buch von Stephen King ist.
  • Im Englischunterricht wird das Buch "The Destructors" von Graham Greene besprochen.
  • Als Donnie und Gretchen im Kino sitzen, laufen die Filme "Tanz der Teufel" und "Die letzte Versuchung Christi". Von Tanz der Teufel sieht man einige Szenen im Film.
  • In mehreren Szenen kann man ein Arcade-Rennspiel sehen. Dabei handelt es sich um das damalig beliebte Spiel "Out Run".
  • Das damalige Filmposter trug den Titel des Films in einer arabischen Schrift, jedoch wurde sie geändert, aufgrund des Terroranschlags am 11. September 2001. Die Schrift ist im Film aber immer noch enthalten.
  • Elizabeth Darko sagte beim Abendessen "Ich bin für Dukakis". Damit ist Michael Dukakis gemeint, der an der US-amerikanischen Präsidentschaftswahl von 1988 teilnahm.

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