Originaltitel: Whatever Works
Genre: Drama / Komödie / Romanze
Laufzeit: 92 Minuten
Produktionsfirma: Gravier Productions / Wild Bunch
Produktionsland: Frankreich / USA
Erstausstrahlung: 19. Juni 2009
Altersfreigabe: ab 12 Jahren
Drehbuchautor: Woody Allen
Regisseur: Woody Allen
Trailer: bit.ly/WhateverWorksTrailer
Kurzinhalt
Die Geschichte des Films dreht sich um den ehemaligen Physikprofessor und Profi-Schachspieler Boris Yellnikoff (Larry David), der nach der Scheidung mit seiner Frau einen Suizidversuch wagte, der aber missglückt ist. Seit einiger Zeit lebt er ein relativ ruhiges Leben, bis die dümmliche und obdachlose Melody (Evan Rachel Wood) vor seiner Tür steht. Obwohl die beiden komplett andere Charaktereigenschaften, einen unterschiedlichen Intellekt und einen riesigen Altersunterschied von vierzig Jahren besitzen, entwickeln sich trotzdem Gefühle zwischen ihnen. Als jedoch eines Tages Melodys Mutter Marietta (Patricia Clarkson) vor der Tür steht, sorgt sie für einiges an Unruhe in ihrer Beziehung.
Der Name ist Programm
Nachdem Woody Allens Filme in den 2000ern überwiegend in Europa angesiedelt waren, kehrt der Altmeister mit ,,Whatever Works" zurück in seine Heimatstadt New York. Doch würde es nach ihm gehen, wäre der Film bereits in den 70er Jahren erschienen, denn das Drehbuch entstand schon in den Anfangszeiten des Jahrzehnts. Für die Hauptrolle war ursprünglich der Komiker Zero Mostel vorgesehen, der aber 1977 an Aortenaneurysma verstarb. Kurz bevor in den USA der Autorenstreik ausbrach, widmete sich Woody erstmals wieder dem Drehbuch, indem er einige Vorkommnisse in die Gegenwart veränderte. Somit übernahm die Hauptrolle der Komiker und Drehbuchautor Larry David, der sich bereits durch Serien wie ,,Seinfeld" und ,,Lass es, Larry!" einen Namen machte.
Gleich zu Beginn durchbricht die Figur des Misanthropen und Zynikers Boris die vierte Wand, um den Zuschauer seine Geschichte zu erzählen. Dabei strotzt bereits seine Mitteilung in den ersten drei Minuten nur so von Gesellschaftskritik, die einem doch zum Nachdenken bringt. Insbesondere spezialisiert sich der Film aber auf die Verklemmtheit und Prüderie des Menschen und will ihm damit mitteilen, dass nicht immer alles der Norm entsprechen muss. Sogar Woody Allen selbst ist seit 1997 mit der Adoptivtochter seiner Ex-Freundin verheiratet, die er ca. zwölf Jahre lang erzog. Davon kann man nun halten was man will, mir ist es jedoch egal. Whatever Works beginnt insgesamt mit einem unglaublich starken ersten Drittel, dass aber ab der Heirat, bzw. der Ankunft der Mutter anfängt zu schwächeln. Der Plot schweift dann zu sehr ab und konzentriert sich eher auf die Nebenfiguren, wodurch Boris etwas in den Hintergrund gerät. Zum Ende hin wird das Storytelling wieder besser, besitzt aber immer noch seine gewissen Schwächen. Nennenswert wären hierbei die "Zufälle" die gegen Ende hin passieren. Diese wirken nach der kurzen Zeitspanne des Geschehens einfach nur konstruiert, wodurch ich diese dramaturgischen Punkte der Geschichte nicht abkaufen kann. Zudem fiel das Ende eher schwach aus, da ich nun mal kein Fan von solcher Art von Enden bin.
Jedoch muss ich die schauspielerische Leistung von Larry David und der wunderschönen Evan Rachel Wood loben, weil sie ihre Rollen großartig darstellen. Vor allem Larry David perfektioniert die Figur des Boris, da er einfach sich selbst spielt und deshalb die Figur wie maßgeschneidert wirkt. Der restliche Cast hat ebenfalls eine gute Leistung abgeliefert. Insgesamt machen auch die ganzen Figuren eine schöne Charakterentwicklung durch, die sich zwar nicht komplett um 180° wandeln, aber schon bemerkbar andere Charaktereigenschaften besitzen. Das große Herzstück eines Woody Allen Films sind jedoch immer noch die Dialoge. Diese sind hervorragend geschrieben, die aber vor allem durch den bissigen, zynischen, sarkastischen, pessimistischen und schwarzen Humor brillieren. Der Film hatte viele gute Gags, die mich stets zum Lachen brachten. Humor ist aber immer noch so eine Sache, zumal nicht jeder Mensch den gleichen Geschmack hat, weshalb dieser Kritikpunkt nicht leicht einzuschätzen ist und ich immer von meiner persönlichen Erfahrung spreche.
Fazit
Insgesamt gesehen ist Whatever Works ein sehr gelungener Film, der als Romanze und Komödie durchgeht. Die großen Stärken des Films liegen im Schauspiel von Larry David und Evan Rachel Wood, den Figuren und den herausragenden Dialogen, die mitsamt des Humors glänzen. Ein paar Schwächen sind aber in den Gesamthandlung zu finden, die aber mehr als verzeihlich sind. Schlussendlich weiß ich aber trotzdem nicht, ob man Whatever Works als Feel-Good-Movie oder Bad-Feel-Movie einschätzt, weil von beiden Kategorien gewisse Elemente vorhanden sind.
Wertung: 8/10 Punkte