Dienstag, 30. August 2016

Whatever Works - Liebe sich wer kann - Kritik (2016)

Trivia

Originaltitel: Whatever Works
Genre: Drama / Komödie / Romanze
Laufzeit: 92 Minuten
Produktionsfirma: Gravier Productions / Wild Bunch
Produktionsland: Frankreich / USA
Erstausstrahlung: 19. Juni 2009
Altersfreigabe: ab 12 Jahren

Drehbuchautor: Woody Allen
Regisseur: Woody Allen

Trailer: bit.ly/WhateverWorksTrailer

Kurzinhalt

Die Geschichte des Films dreht sich um den ehemaligen Physikprofessor und Profi-Schachspieler Boris Yellnikoff (Larry David), der nach der Scheidung mit seiner Frau einen Suizidversuch wagte, der aber missglückt ist. Seit einiger Zeit lebt er ein relativ ruhiges Leben, bis die dümmliche und obdachlose Melody (Evan Rachel Wood) vor seiner Tür steht. Obwohl die beiden komplett andere Charaktereigenschaften, einen unterschiedlichen Intellekt und einen riesigen Altersunterschied von vierzig Jahren besitzen, entwickeln sich trotzdem Gefühle zwischen ihnen. Als jedoch eines Tages Melodys Mutter Marietta (Patricia Clarkson) vor der Tür steht, sorgt sie für einiges an Unruhe in ihrer Beziehung.

Der Name ist Programm

Nachdem Woody Allens Filme in den 2000ern überwiegend in Europa angesiedelt waren, kehrt der Altmeister mit ,,Whatever Works" zurück in seine Heimatstadt New York. Doch würde es nach ihm gehen, wäre der Film bereits in den 70er Jahren erschienen, denn das Drehbuch entstand schon in den Anfangszeiten des Jahrzehnts. Für die Hauptrolle war ursprünglich der Komiker Zero Mostel vorgesehen, der aber 1977 an Aortenaneurysma verstarb. Kurz bevor in den USA der Autorenstreik ausbrach, widmete sich Woody erstmals wieder dem Drehbuch, indem er einige Vorkommnisse in die Gegenwart veränderte. Somit übernahm die Hauptrolle der Komiker und Drehbuchautor Larry David, der sich bereits durch Serien wie ,,Seinfeld" und ,,Lass es, Larry!" einen Namen machte.

Gleich zu Beginn durchbricht die Figur des Misanthropen und Zynikers Boris die vierte Wand, um den Zuschauer seine Geschichte zu erzählen. Dabei strotzt bereits seine Mitteilung in den ersten drei Minuten nur so von Gesellschaftskritik, die einem doch zum Nachdenken bringt. Insbesondere spezialisiert sich der Film aber auf die Verklemmtheit und Prüderie des Menschen und will ihm damit mitteilen, dass nicht immer alles der Norm entsprechen muss. Sogar Woody Allen selbst ist seit 1997 mit der Adoptivtochter seiner Ex-Freundin verheiratet, die er ca. zwölf Jahre lang erzog. Davon kann man nun halten was man will, mir ist es jedoch egal. Whatever Works beginnt insgesamt mit einem unglaublich starken ersten Drittel, dass aber ab der Heirat, bzw. der Ankunft der Mutter anfängt zu schwächeln. Der Plot schweift dann zu sehr ab und konzentriert sich eher auf die Nebenfiguren, wodurch Boris etwas in den Hintergrund gerät. Zum Ende hin wird das Storytelling wieder besser, besitzt aber immer noch seine gewissen Schwächen. Nennenswert wären hierbei die "Zufälle" die gegen Ende hin passieren. Diese wirken nach der kurzen Zeitspanne des Geschehens einfach nur konstruiert, wodurch ich diese dramaturgischen Punkte der Geschichte nicht abkaufen kann. Zudem fiel das Ende eher schwach aus, da ich nun mal kein Fan von solcher Art von Enden bin.

Jedoch muss ich die schauspielerische Leistung von Larry David und der wunderschönen Evan Rachel Wood loben, weil sie ihre Rollen großartig darstellen. Vor allem Larry David perfektioniert die Figur des Boris, da er einfach sich selbst spielt und deshalb die Figur wie maßgeschneidert wirkt. Der restliche Cast hat ebenfalls eine gute Leistung abgeliefert. Insgesamt machen auch die ganzen Figuren eine schöne Charakterentwicklung durch, die sich zwar nicht komplett um 180° wandeln, aber schon bemerkbar andere Charaktereigenschaften besitzen. Das große Herzstück eines Woody Allen Films sind jedoch immer noch die Dialoge. Diese sind hervorragend geschrieben, die aber vor allem durch den bissigen, zynischen, sarkastischen, pessimistischen und schwarzen Humor brillieren. Der Film hatte viele gute Gags, die mich stets zum Lachen brachten. Humor ist aber immer noch so eine Sache, zumal nicht jeder Mensch den gleichen Geschmack hat, weshalb dieser Kritikpunkt nicht leicht einzuschätzen ist und ich immer von meiner persönlichen Erfahrung spreche.

Fazit

Insgesamt gesehen ist Whatever Works ein sehr gelungener Film, der als Romanze und Komödie durchgeht. Die großen Stärken des Films liegen im Schauspiel von Larry David und Evan Rachel Wood, den Figuren und den herausragenden Dialogen, die mitsamt des Humors glänzen. Ein paar Schwächen sind aber in den Gesamthandlung zu finden, die aber mehr als verzeihlich sind. Schlussendlich weiß ich aber trotzdem nicht, ob man Whatever Works als Feel-Good-Movie oder Bad-Feel-Movie einschätzt, weil von beiden Kategorien gewisse Elemente vorhanden sind.

Wertung: 8/10 Punkte

Sonntag, 21. August 2016

MEGAMIND - Kritik (2016)

Trivia

Originaltitel: Megamind
Genre: Animationsfilm
Laufzeit: 96 Minuten
Produktionsfirma: DreamWorks
Produktionsland: USA
Erstausstrahlung: 28. Oktober 2010
Altersfreigabe: ab 6 Jahren

Drehbuchautoren: Alan J. Schoolcraft und Brent Simons
Komponisten: Hans Zimmer und Lorne Balfe
Regisseur: Tom McGrath

Trailer: bit.ly/MegaverstandTrailer

Kurzinhalt


Schon in der Kindheit lieferten sich Megamind und Metroman etliche Auseinandersetzungen, die stets Metroman für sich entscheiden konnte. Während Metroman im Wohlstand geboren wurde und sich von hohem Ansehen und großer Beliebtheit erfreut, war Megamind jederzeit der unbeliebte Außenseiter und Versager. Später war Megamind als berühmt-berüchtigter Schurke allseits bekannt. Metroman, der Held der Stadt "Metro City", konnte seine Pläne immer durchkreuzen, weshalb Megamind ein Dauergast im Gefängnis war. Als er jedoch nach einem Gefängnisausbruch seinen nächsten Plan parat hatte und Metroman in eine Falle lockte, konnte er ihn erfolgreich beseitigen. Aber auf die erfreuliche Stimmung des Schurken erfolgte Ernüchterung, denn er erkannte schnell, dass es ohne seinen Langzeitgegner auf Dauer langweilig wird.


,,Ich - Einfach unverbesserlich" trifft ,,Die Unglaublichen"


Im Zeitalter der Superhelden ist es gewöhnlich, Filme über Superhelden zu machen. Doch Filme über Schurken werden nicht allzu oft inszeniert. Schon immer war für mich in einem Superheldenfilm der Schurke die interessanteste Figur. Und das bewahrheitete sich auch in diesem Film. Megamind ist eine von Grund auf sympatische Figur, der mitsamt seines Helferchens ,,Minion" äußerst liebenswert ist. Über den ganzen Film hinweg erinnerte mich Megamind an ,,Plankton" aus Spongebob, da er genauso erfolglose Ergebnisse erzielt und unbeliebt ist, wie der kleine Organismus aus dem Wasser. Metroman hingegen sprudelte nur so von Arroganz, dass ich allein schon bei dem Anblick seines anmaßenden Lächeln oder diesem selbstgefälligen Zwinkern ihm die Fresse einschlagen könnte. Doch das bedeutet nicht, dass die Figuren in Megamind schrecklich sind, im Gegenteil. Insbesondere die Figur von Megamind ist gut geschrieben. Oftmals betont der liebenswürdige Schurke etliche Wörter falsch, bringt seine Gefühle mit einer gewissen Mimik rüber und vollführt im Film eine vollständige Charakterentwicklung. Außerdem werden die diversen Figuren von Brad Pitt, Jonah Hill, Will Ferrell, Ben Stiller, Tina Fey, etc., im Originalton vertont. Bei der deutschen Übersetzung findet man bekannte Namen wie Bastian Pastewka und Oliver Welke.

Auch wenn der Film jetzt schon beinahe sechs Jahre alt ist, sehen die Animationen immer noch sehr gut aus. Ich konnte weder abgehackte noch abgeschnittene Animationen entdecken, sodass der Film bisher gut gealtert und immer noch ansehnlich ist. Bei den Effekten hab ich ebenfalls nichts zu bemängeln, denn diese sehen genauso hervorragend aus. Eine Sache die mir im Film stark aufgefallen ist, ist der helle Farbton, dessen Gegenspiel die melancholische Atmosphäre ist, die einfach hinreißend miteinander agieren und somit eine herausragende Grundstimmung entsteht. Der Schnitt ist mir ebenso positiv in Erinnerung geblieben, weil einfach nicht zu hastig geschnitten wurde, wodurch der Film einen angenehmen Schnittstil besitzt. Ein großes Lob geht noch an Hans Zimmer raus, der wie immer, einen fantastischen Sinn für Musik hat. Die Soundtracks sind einfach grandios und wundervoll vom Altmeister gemacht worden, dessen musikalische Untermalung ich in der Filmwelt schon längst nicht mehr missen möchte.

Animationsfilme gelten oftmals, vor allem im deutschsprachigen Raum, als Kinderfilme. Auch ich habe diese Aussage schon vielmals gehört und empfinde diese Unterstellung als puren Schwachsinn. Nur weil Animationsfilme häufig eine niedrige Altersfreigabe bekommen, bedeutet das nicht, dass diese Filme ausschließlich für Menschen im Kindesalter produziert werden. Klar, solche Filme gibt es auch, aber ein guter Animationsfilm macht es hauptsächlich aus, dass diese für Jung und Alt sind. Eine Spezialisierung auf nur eine Altersgruppe, wie Animationsfilme für Erwachsene (Ghost in the Shell), sind aber wieder eine andere Sache. Doch worauf möchte ich hinaus? Damit möchte ich sagen, dass Megamind ein Film für Jung und Alt ist. Es gibt eine Vielzahl an Gags im Film, die mal für die jüngere Zuschauerschaft angeschnitten ist, aber auch Ältere kommen voll auf ihre kosten. Genauso sind die Dialoge toll geschrieben, die aber nicht jedes Kind verstehen würde. Ebenfalls sind diverse Anspielungen auf Superman, Mario vs. Donkey Kong, etc. enthalten. Außerdem sind die Actionszenen gut gemacht, vor allem die Szene, die den Endkampf des Films einleitet, ist einfach überragend inszeniert. Lediglich ein anderes Ende wäre wünschenswert gewesen, da ich einfach selten ein Fan von Happy Ends bin.

Fazit


Megamind ist ein klasse Animationsfilm, der aber aufgrund der starken Konkurrenz durch Filme wie ,,Drachenzähmen leicht gemacht", ,,Ich - Einfach unverbesserlich" und ,,Toy Story 3" zu unrecht etwas unterging. DreamWorks muss sich nicht vor anderen Produktionsfirmen von Animationsfilmen wie Disney, Pixar oder Studio Ghibli (Hayao Miyazaki) verstecken. Ansonsten kann ich noch sagen, dass der Film für jede Altersgruppe geeignet ist, auch als Familienfilm sehr empfehlenswert.


Wertung: 8/10 Punkte