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Sonntag, 19. Februar 2017

SILICON VALLEY Staffel 1 - Kritik (2017)

Trivia

Originaltitel: Silicon Valley
Genre: Drama, Komödie, Satire
Anzahl der Episoden: 8
Laufzeit: ca. 219 Minuten
Verleiher: HBO Entertainment, Home Box Office
Produktionsfirmen: 3 Arts Entertainment, Judgemental Films Inc., Scott Rudin Productions
Produktionsland: USA
Erstausstrahlung: 06. April 2014
Deutschsprachige Erstausstrahlung: 12. November 2014
Altersfreigabe: ab 12 Jahren

Drehbuch: Mike JudgeJohn AltschulerDave KrinskyAlec BergCarson MellMatteo BorgheseRob TurbovskyRon WeinerJessica GaoDam O' KeefeClay Tarver
Produzenten: Dave KrinskyJohn AltschulerMike Judge
Regisseure: Mike Judge (4x), Alec Berg (2x), Maggie Carey (1x), Tricia Brock (1x)

Schauspieler: Thomas MiddleditchT. J. MillerZach WoodsMartin StarrKumail NanjianiAmanda CrewMatt RossChristopher Evan Welch (), Josh Brener

Trailer: bit.ly/SiliconValleyS1Trailer

Kurzinhalt

Die Serie "Silicon Valley" spielt sich in der gleichnamigen IT-Industrie ab. Richard [Thomas Middleditch] ist Softwareentwickler und Besitzer seiner App "Pied Piper", der gemeinsam mit seinen Freunden Big Head [Josh Brener], Gilfoyle [Martin Starr], Dinesh [Kumail Nanjiani] und Erlich [T. J. Miller] in einer WG wohnt, wobei Erlich der Besitzer des Hauses ist. Alle dürfen mietfrei bei ihm wohnen, im Gegenzug erhält er aber zehn Prozent Anteil an all ihrer Geschäftsideen. Jedenfalls ist Richards App einzigartig, da sie große Daten ohne Qualitätsverlust schnell komprimieren kann. Dabei hat Richard eigentlich gar keinen Plan was er da überhaupt im Besitz hat, bis Peter Gregory [Christopher Evan Welch] und Gavin Belson [Matt Ross] auf die Erfindung aufmerksam werden. Beide bieten ihm unterschiedliche Angebote, woraufhin sich Richard schlussendlich für Peter Gregory entscheidet, weil er im Gegensatz zu Gavin seine Entdeckung nicht abkaufen möchte, sondern lediglich unterstützen. Richard baut gemeinsam mit seinen Freunden eine Firma auf und möchte mit ihnen das Produkt weiterhin in Angriff nehmen. Gavin hingegen rivalisiert mit seinem Unternehmen die Firma und baut daraufhin ein Konkurrenzprodukt auf.

Wir machen die Welt zu einem besseren Ort!

Bei nicht vielen Sendern ist es so, dass fast jede Serie gut ist. Für mich gibt es aber ein paar Erfolgsgaranten, bei denen wirklich jede Serie empfehlenswert wäre. Einer von diesen ist der amerikanische Fernsehprogrammanbieter HBO. Bei all den Produkten, wo "HBO" draufsteht, kann schon mal nicht viel falsch gemacht worden sein. So steht es auch um die Comedy-Serie "Silicon Valley". Regisseur Mike Judge ist kein unbeschriebenes Blatt, denn zu seinen berühmtesten Werken gehört die Animationsserie Beavis and Butt-Head und die Komödie Idiocracy. Gleich zu Beginn muss ich sagen, dass das Intro in gewisser Hinsicht etwas Spezielles hat, da es mich jedes Mal an ein Videospiel erinnert, genauer gesagt, an eine Aufbausimulation. Man sieht in einem Gebäudeblock, wo viele namhafte Unternehmen stationiert sind, wie sich langsam eine Struktur aufbaut, wo schlussendlich der Schriftzug "Silicon Valley" zu sehen ist. Obwohl das Intro nicht wirklich mit Kalibern wie Game of Thrones oder True Detective vergleichbar ist, gehört es meiner Meinung nach durch seine Schlichtheit und Innovation zu den besten Startsequenzen, die ich je gesehen habe.

Besonders in bestimmten Themenbereichen wie der Wirtschaft, Wissenschaft oder Technologie kann es in narrativen Erzählungen passieren, dass man mit Techno-Babble nur so um sich wirft. Also Wörtern, die in bestimmten Themengebieten zu finden sind und man damit den Eindruck erwecken möchte, dass ein scheinbar anspruchsvolles Gespräch im Gange ist. Das ist in Silicon Valley nicht der Fall. Zwar sind in den Dialogen immer wieder bestimmte Wörter zu hören, die für Außenstehende nicht klar definierbar sind, jedoch sind die Gespräche stets getreulich und wirken natürlich. Allerdings sind wenige Dinge trotzdem frei erfunden, um die Handlung voranzutreiben, was aber nicht weiter schlimm ist, da es einem nicht wirklich stört. Außerdem werden die Handlungen und Dialoge für den Zuschauer nicht extra heruntergedummt, wodurch man dazu gezwungen ist mitzudenken. Ein roter Faden ist über die ganze Staffel hinweg ebenfalls gesetzt.

In Silicon Valley gibt es wirklich viele unterschiedliche Figuren. Es gibt kompetente Geschäftsmänner, Visionäre, talentierte Entwickler mit Erfindungsgabe und viele mehr. Doch eine Art von Figur ist in der Serie am meisten vertreten: der sozial inkompetente Nerd. Und alle die sich jetzt darauf ein Urteil machen, dass dies in Richtung The Big Bang Theory geht oder diese Art von Figur dermaßen klischeebeladen sei, dem kann ich raten, sich erstmal selbst ein Bild davon zu machen. Der zweite Punkt mag zwar etwas zutreffen, jedoch sind die Figuren gleichzeitig derart skurril und abwechslungsreich, dass sie zugleich perfekt zusammenpassen, aber dennoch verschieden wie Tag und Nacht sind. Hinzu kommt das fantastische Schauspiel der einzelnen Darsteller, was den Figuren noch eine zusätzliche Authentizität verleiht. Durch diese unterschiedlichen Charakterzüge kommt genauso der komödiantische Bereich zuteil, weshalb ich nun zum erstgenannten Punkt zurückkomme. In einer Episode The Big Bang Theory gibt es eine Vielzahl an Gags. Silicon Valley hingegen hat eher einzelne Gags pointiert eingebaut und hat dadurch eine wesentlich niedrigere Gag-Rate, dafür zündet aber fast jeder und bringt einem zum Lachen. Hier und da gibt es auch mal einen Seitenhieb in Richtung berühmter Firmen wie Apple oder Microsoft, weshalb die Serie sogar satirische Elemente aufweist. Aber besonders die absurden Situationen machen den Humor der Serie aus. An einer Stelle habe ich mich dermaßen kaputtgelacht, dass mir schwarz vor Augen und schwindelig wurde, was ich der Serie aber definitiv zugute halte.

Fazit

Silicon Valley besitzt, obwohl es eine Comedy-Serie ist, ein ausgezeichnetes, intellektuelles Drehbuch, wo man als Zuschauer aktiv bei der Sache sein muss und aufpassen sollte. Die Figuren besitzen zwar die ein oder andere stereotypische Eigenschaft, jedoch gelingt es den Autoren aus ihnen abwechslungsreiche und unterhaltsame Charakterbilder zu machen. Durch den Humor amüsiert man sich bei der Serie köstlichst und ich kann deshalb für die erste Staffel von Silicon Valley eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen!

Wertung: 9/10 Punkte