Sonntag, 21. August 2016

MEGAMIND - Kritik (2016)

Trivia

Originaltitel: Megamind
Genre: Animationsfilm
Laufzeit: 96 Minuten
Produktionsfirma: DreamWorks
Produktionsland: USA
Erstausstrahlung: 28. Oktober 2010
Altersfreigabe: ab 6 Jahren

Drehbuchautoren: Alan J. Schoolcraft und Brent Simons
Komponisten: Hans Zimmer und Lorne Balfe
Regisseur: Tom McGrath

Trailer: bit.ly/MegaverstandTrailer

Kurzinhalt


Schon in der Kindheit lieferten sich Megamind und Metroman etliche Auseinandersetzungen, die stets Metroman für sich entscheiden konnte. Während Metroman im Wohlstand geboren wurde und sich von hohem Ansehen und großer Beliebtheit erfreut, war Megamind jederzeit der unbeliebte Außenseiter und Versager. Später war Megamind als berühmt-berüchtigter Schurke allseits bekannt. Metroman, der Held der Stadt "Metro City", konnte seine Pläne immer durchkreuzen, weshalb Megamind ein Dauergast im Gefängnis war. Als er jedoch nach einem Gefängnisausbruch seinen nächsten Plan parat hatte und Metroman in eine Falle lockte, konnte er ihn erfolgreich beseitigen. Aber auf die erfreuliche Stimmung des Schurken erfolgte Ernüchterung, denn er erkannte schnell, dass es ohne seinen Langzeitgegner auf Dauer langweilig wird.


,,Ich - Einfach unverbesserlich" trifft ,,Die Unglaublichen"


Im Zeitalter der Superhelden ist es gewöhnlich, Filme über Superhelden zu machen. Doch Filme über Schurken werden nicht allzu oft inszeniert. Schon immer war für mich in einem Superheldenfilm der Schurke die interessanteste Figur. Und das bewahrheitete sich auch in diesem Film. Megamind ist eine von Grund auf sympatische Figur, der mitsamt seines Helferchens ,,Minion" äußerst liebenswert ist. Über den ganzen Film hinweg erinnerte mich Megamind an ,,Plankton" aus Spongebob, da er genauso erfolglose Ergebnisse erzielt und unbeliebt ist, wie der kleine Organismus aus dem Wasser. Metroman hingegen sprudelte nur so von Arroganz, dass ich allein schon bei dem Anblick seines anmaßenden Lächeln oder diesem selbstgefälligen Zwinkern ihm die Fresse einschlagen könnte. Doch das bedeutet nicht, dass die Figuren in Megamind schrecklich sind, im Gegenteil. Insbesondere die Figur von Megamind ist gut geschrieben. Oftmals betont der liebenswürdige Schurke etliche Wörter falsch, bringt seine Gefühle mit einer gewissen Mimik rüber und vollführt im Film eine vollständige Charakterentwicklung. Außerdem werden die diversen Figuren von Brad Pitt, Jonah Hill, Will Ferrell, Ben Stiller, Tina Fey, etc., im Originalton vertont. Bei der deutschen Übersetzung findet man bekannte Namen wie Bastian Pastewka und Oliver Welke.

Auch wenn der Film jetzt schon beinahe sechs Jahre alt ist, sehen die Animationen immer noch sehr gut aus. Ich konnte weder abgehackte noch abgeschnittene Animationen entdecken, sodass der Film bisher gut gealtert und immer noch ansehnlich ist. Bei den Effekten hab ich ebenfalls nichts zu bemängeln, denn diese sehen genauso hervorragend aus. Eine Sache die mir im Film stark aufgefallen ist, ist der helle Farbton, dessen Gegenspiel die melancholische Atmosphäre ist, die einfach hinreißend miteinander agieren und somit eine herausragende Grundstimmung entsteht. Der Schnitt ist mir ebenso positiv in Erinnerung geblieben, weil einfach nicht zu hastig geschnitten wurde, wodurch der Film einen angenehmen Schnittstil besitzt. Ein großes Lob geht noch an Hans Zimmer raus, der wie immer, einen fantastischen Sinn für Musik hat. Die Soundtracks sind einfach grandios und wundervoll vom Altmeister gemacht worden, dessen musikalische Untermalung ich in der Filmwelt schon längst nicht mehr missen möchte.

Animationsfilme gelten oftmals, vor allem im deutschsprachigen Raum, als Kinderfilme. Auch ich habe diese Aussage schon vielmals gehört und empfinde diese Unterstellung als puren Schwachsinn. Nur weil Animationsfilme häufig eine niedrige Altersfreigabe bekommen, bedeutet das nicht, dass diese Filme ausschließlich für Menschen im Kindesalter produziert werden. Klar, solche Filme gibt es auch, aber ein guter Animationsfilm macht es hauptsächlich aus, dass diese für Jung und Alt sind. Eine Spezialisierung auf nur eine Altersgruppe, wie Animationsfilme für Erwachsene (Ghost in the Shell), sind aber wieder eine andere Sache. Doch worauf möchte ich hinaus? Damit möchte ich sagen, dass Megamind ein Film für Jung und Alt ist. Es gibt eine Vielzahl an Gags im Film, die mal für die jüngere Zuschauerschaft angeschnitten ist, aber auch Ältere kommen voll auf ihre kosten. Genauso sind die Dialoge toll geschrieben, die aber nicht jedes Kind verstehen würde. Ebenfalls sind diverse Anspielungen auf Superman, Mario vs. Donkey Kong, etc. enthalten. Außerdem sind die Actionszenen gut gemacht, vor allem die Szene, die den Endkampf des Films einleitet, ist einfach überragend inszeniert. Lediglich ein anderes Ende wäre wünschenswert gewesen, da ich einfach selten ein Fan von Happy Ends bin.

Fazit


Megamind ist ein klasse Animationsfilm, der aber aufgrund der starken Konkurrenz durch Filme wie ,,Drachenzähmen leicht gemacht", ,,Ich - Einfach unverbesserlich" und ,,Toy Story 3" zu unrecht etwas unterging. DreamWorks muss sich nicht vor anderen Produktionsfirmen von Animationsfilmen wie Disney, Pixar oder Studio Ghibli (Hayao Miyazaki) verstecken. Ansonsten kann ich noch sagen, dass der Film für jede Altersgruppe geeignet ist, auch als Familienfilm sehr empfehlenswert.


Wertung: 8/10 Punkte

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