Originaltitel: Batman v Superman: Dawn of Justice
Genre: Action / Drama / Sci-Fi / Superheldenfilm
Laufzeit: 151 Minuten
Produktionsfirmen: Cruel & Unusual Films / DC Entertainment / RatPac-Dune Entertainment / Warner Bros. Pictures
Produktionsland: USA
Erstausstrahlung: 19. März 2016
Deutschsprachige Erstausstrahlung: 24. März 2016
Altersfreigabe: ab 12 Jahre
Drehbuchautoren: David S. Goyer, Chris Terrio
Komponist: Hans Zimmer, XL Junkie
Regisseur: Zack Snyder
Schauspieler: Henry Cavill, Ben Affleck, Gal Gadot, Jesse Eisenberg, Amy Adams, Jeremy Irons, Holly Hunter, Scoot McNairy, Jason Momoa, Ezra Miller, Ray Fisher, Michael Shannon, Kevin Costner, Laurence Fishburne, Diana Lane, Lauren Cohan, Jeffrey Dean Morgan
Kurzinhalt
Zahlreiche Jahre bekämpfte Bruce Wayne als Batman [Ben Affleck] in Gotham City das Verbrechen. Eines Tages wird er Zeuge, wie General Zod Metropolis in Schutt und Asche verwandelt. Dabei stürzt auch ein Gebäude ein, welches ein Sitz seines Unternehmens ist, und zahlreiche Menschen sterben. Bruce gibt Superman [Henry Cavill] die Schuld und beginnt seine Planung, wie er ihn ausschalten kann.
Der Kampf der Giganten
Bevor ich mit meiner Kritik beginnen möchte, will ich noch kurz anmerken, dass ich noch keinerlei Erfahrung mit den DC-Comics gesammelt habe. Trotzdem habe ich mich mit Batman bereits vertraut gemacht, denn ich bin ein großer Fan der ,,The Dark Knight Trilogy" von Christopher Nolan und mag ebenfalls die ,,Arkham" Videospiele von Rocksteady Studios. Da ich gerade meine eher spärliche Kenntnis zu Batman verraten habe, werde ich deshalb diesen Film aus der Sicht eines normalen Kinogängers schildern, mitsamt meiner Positiv- und Negativpunkten. Außerdem bezieht sich meine Review nicht zum Ultimate Cut, sondern zur normalen Kinofassung.
Bevor ich vor einigen Tagen mir das Prequel zu Batman v Superman: Dawn of Justice ansah, nämlich Man of Steel, hatte ich eine gewisse Erwartungshaltung, denn Christopher Nolan war Produzent des Films und schrieb auch das Drehbuch dazu. Als ich mir den Film dann anschaute, wurde ich von Minute zu Minute skeptischer. Ums kurz zu fassen: ich war enttäuscht von dem Film. Dennoch wollte ich mir aufgrund von Suicide Squad die bisherigen Filme des DC Extended Universe ansehen, damit ich über die notwendigen Hintergründe Bescheid weiß. Deshalb hab ich mich zwei Tage später erneut ran gesetzt und mir den diesjährig erschienen Batman v Superman angesehen. Der Hype rundum den Film ist mir damals nicht entgangen und auch, dass er von den Kritikern praktisch zerrissen wurde. Ich ließ für den Film beides außer Acht, bis auf meine Meinung zum unterdurchschnittlichen Man of Steel.
Während des Films fällt einem eines sofort auf: Ben Affleck verkörpert einen anderen Batman, wie man ihn kennt. Denn normalerweise tötet Batman nicht und Schusswaffen gehören ebenfalls nicht zu seinem Repertoire. Zack Snyder hatte offenbar eine etwas andere Interpretation seines Batmans, wobei ich darüber nichts Negatives sagen kann, da die Figur der Fledermaus wahrlich interessant ist. Die Story des Films inspirierte sich stark an das Graphic Novel "Batman - Die Rückkehr des dunklen Ritters" von Frank Miller, das ich definitiv noch lesen werde. Dennoch muss ich sagen, dass die Geschichte rundum Batman v Superman insgesamt enttäuschend ausfiel. Der Plot ist für Leute die mit dem DC Universum nichts am Hut haben schwer verständlich. Nur wenige Sachen werden für den Zuschauer erklärt, wie beispielsweise die tausendfach durchgekaute Origin-Story zu Bruce Wayne oder wie der Konflikt zwischen den zwei Superhelden entstand. Desweiteren braucht der Film extrem lange, bis er überhaupt in Fahrt kommt. Denn bis im Film überhaupt Spannung aufkommt, ist die Hälfte der Laufzeit bereits überschritten. Zudem kommt es zum Kampf zwischen den beiden erst relativ spät. Und wenn endlich gekämpft wird, dann nicht besonders lange. Ansonsten bleiben die meisten Figuren größtenteils blass und die Dialoge sind ebenfalls eher dürftig. Gekrönt wird das alles mit dämlichen Logikfehlern, die ausmerzbar gewesen wären. Trotzdem hat der Film einige wirklich coole und gute Momente, wie zum Beispiel der Auftritt von Wonder Woman [Gal Gadot]. Solche kleinen Dinge reißen bei dem Film doch noch einiges heraus, weil beim Aspekt Drehbuch wäre einiges mehr drin gewesen. Immerhin hatte der Film ein fast gutes Ende. Fast, weil die letzte Szene wohl wieder mal alles versaut hat. Wieso schafft man es einfach nicht, eine Geschichte konsequent zu Ende zu erzählen? Ist die Zeit knapp geworden? Vielleicht fehlte auch jeglicher Mut. Klar ist Justice League bereits angekündigt, aber dann hätte ich niemals solch ein Ende gewählt. Daran merkt man eben, dass der Film von seiner Action und den guten Effekten lebt, weshalb auch das Drehbuch merklich vernachlässigt wurde. Hier herrscht ganz klar der Stil über die Substanz. Man hätte sich mit dem Drehbuch wirklich etwas mehr Mühe geben können, denn die Batman Filme von Nolan zeigen eindeutig, zu was DC-Filme fähig sein können.
Doch nun ist genug gemeckert worden. Der Film hat genauso seine guten Seiten. Das Positivste an dem ganzen Film ist wohl, dass diese grauenvolle Kameraarbeit aus Man of Steel nicht übernommen wurde. Andauernd sah man im Prequel nervige Zoom-Ins und Zoom-Outs, und die Kamera hat über den ganzen Film lang nur gewackelt, auch wenn gerade eine ruhigere Szene gefilmt wurde, bzw. ein Dialog vonstatten ging. Das hat nun sein Ende und Batman v Superman setzt auf eine ordentliche Kameraarbeit. Ich weiß einfach nicht, was sich der alte Director of Photography dabei gedacht hat und was er damit bezwecken wollte, bis auf das eventuelle Bedürfnis zum Kotzen. Der neue Kameramann hat aber wirklich schöne Bilder von der Natur und Sonstigem aufgenommen, die dem Film zwar nur gering zugutekommen, aber schön anzusehen sind. Was aber einen starken Einfluss auf Dawn of Justice hatte, ist wohl die unglaublich teure Production Value. Batman v Superman hatte ein Gesamtkapital von ca. 330 Millionen Dollar, wobei davon ca. 100 Millionen ins Marketing floss. Diese 250 Millionen die man für die Produktion zur Verfügung hatte, wurden mehr als gelungen eingesetzt. Gut zu sehen ist dies bei Batmans Kostüm, das einfach nur überragend aussieht. Zudem sind die Effekte gut eingesetzt und sehen auch dementsprechend stimmig aus. Zu den Musikstücken von Hans Zimmer brauche ich eigentlich nichts großartig sagen, da diese ohnehin jedes Mal fulminant und einfach nur überragend sind. Zu guter Letzt muss ich noch auf die Darsteller eingehen, weil dort gibt es ebenfalls noch etwas Erwähnenswertes. Die Schauspieler spielen überwiegend solide. Doch gibt es trotzdem eine Person, die unter den Akteuren eindeutig heraussticht. Und diese Person ist niemand Geringeres als Ben Affleck. Damals hatten viele Leute Bedenken, ob Ben Affleck in die Fußstapfen eines Michael Keaton oder Christian Bale treten kann. Denn es ist nicht unbekannt, dass Ben Affleck bereits in einem Superheldenfilm zu sehen war, nämlich in Daredevil, wo er den gleichnamigen Helden und Matt Murdock verkörperte. Trotzdem gibt es nichts anderes zu sagen, als dass Ben ein kleiner Lichtblick für den Film ist und die Figur des Batman fantastisch darstellt. Hoffentlich ist das auch bei den kommenden DC-Filmen der Fall, wünschenswert wäre es jedenfalls.
Fazit
Obwohl der Film am Anfang des Jahres sehr stark gehypt wurde, wird dieser seinem Hype nicht annähernd gerecht. Der Film hat definitiv nicht sein vollstes Potenzial ausgeschöpft. Wenn man nur das Drehbuch überarbeitet hätte, wäre dem Film so viel mehr zuzutrauen. Zudem habe ich mir unter dem Titel etwas mehr vorgestellt, als nur einen kleinen Kampf. Technisch gesehen macht der Film aber alles richtig, mitsamt der Kamera, die dieses Mal solide ist. Ansonsten ist noch Ben Affleck hervorzuheben, der seine Sache als Bruce Wayne/Batman ausgezeichnet macht! Dennoch muss ich sagen, dass Batman v Superman nicht der beste Film auf meiner Jahresliste wird, aber einen Platz im Mittelfeld ergattern kann.
Wertung: 5/10 Punkte
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